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"Romeo und Julia": Happy End an der Oste Nach der Premiere für das "Gezeitendrama" in Oberndorf bebte der Deich. Und am Ende kriegen sie sich doch - wenn auch nur auf Umwegen: Während William Shakespeare im 16. Jahrhundert seine Protagonisten "Romeo und Julia" in den Tod schickte, bleibt ihnen 400 Jahre später in Oberndorf dieses Schicksal erspart. "Romeo und Julia" an der Oste - diese Inszenierung des Shakespeare-Klassikers ist eben etwas anders. Aber gerade das macht den Reiz aus.
50 Laienschauspieler in Altkleider gehüllt, eine Wanderbühne und ein Publikum, das mit seinen Klappstühlen mehrfach umziehen muss; und das alles unter freiem Himmel zwischen Oste und Kirche? Eigentlich kann das nur schief gehen - gehts aber nicht. Dafür hat Regisseur Hartmut Behrens gemeinsam mit seinem Team in einer monatelangen Vorbereitungsphase gesorgt. Die Mühe hat sich gelohnt: Als am Sonnabend die Premiere von "Romeo und Julia" nach fast drei Stunden beendet war, bebte der Deich: Mit minutenlangem Applaus bedankte sich das Publikum für eine Gemeinschaftsleistung, für die der Verein "Kultur auf dem Lande" die Weichen gestellt hatte.Eine Gemeinschaftsaktion, in deren Mittelpunkt zwei Liebende standen: Anna Broden und Hinrich Holthusen hauchten den literarischen Vorbildern Romeo und Julia Leben ein. Doch wer erwartet hatte, dass Romeo - getreu dem Shakespeare-Original - "... gib deinen treuen Liebesschwur für meinen" seiner Liebsten ins Ohr säuselt, musste sich auf eine moderne Version einstellen: Regisseur Hartmut Behrens hat bei der Wortwahl seiner Akteure dafür gesorgt, dass die heutige Umgangssprache nicht zu kurz kommt. Zum Glück... Das Fazit der Premiere: Man muss Shakespeare nicht mögen, doch das Oberndorfer "Gezeitendrama" wird man gern haben. Diese Produktion wurde gefördert durch die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur und den Fonds Soziokultur. |